Ich habe ein Buch veröffentlicht: Mein Fazit nach 2 Wochen

Am 25.4.2020 habe ich es endlich geschafft, auf „Veröffentlichen“ zu drücken. Dann hieß es erstmal: Warten. Amazon braucht nämlich bis zu 72 Stunden, bis das Buch öffentlich angezeigt wird. Durch Corona war auch mit Feiern nicht so viel angesagt wie geplant, aber ein gemütlicher, schöner Abend wurde es trotzdem!

Die nächsten Tage verbrachte ich damit, die Detailseiten zu bearbeiten (die nicht schön dargestellt wurden und nicht verknüpft waren) und jedes Mal wieder 48h zu warten, bis die Änderungen umgesetzt waren. So habe ich die Bekanntmachung mehrere Tage herausgezögert, denn ich wollte, dass alles perfekt ist, wenn ich es Freunden, Familie und der restlichen Welt erzähle.

Aber nach ein paar Tagen war es dann endlich so weit und ich erzählte anderen von der Veröffentlichung. Das Feedback, was ich daraufhin bekam, war überwältigend, deutlich mehr als ich erwartet hätte, und hat mir wirklich Mut gemacht!

Natürlich haben sich die Verkaufszahlen in Grenzen gehalten. Wie hätte es auch anders sein sollen? Mein Buch war im Amazon-Ranking ungefähr auf Platz 100.000, wie hätte es jemand finden sollen?

Aber viele Verwandte und Freunde haben Interesse daran gezeigt und allein schon dafür hat es sich gelohnt.

Wie fühlt es sich an, ein Buch zu veröffentlichen?

Die meisten würden vermutlich denken, dass man danach einfach nur glücklich ist. Glücklich und stolz. Schließlich hat man’s geschafft, oder?

Für erfolgreiche Verlagsautoren mag es so leicht sein. Für Selfpublisher nicht. Denn für Selfpublisher fängt die eigentliche Arbeit jetzt erst an: Das Marketing.

Nach der Veröffentlichung war ich für ein paar Stunden wirklich sehr glücklich und zufrieden mit mir. Aber dann fing es dann: Oh Gott, ich hab so viel zu tun. Wo fange ich überhaupt an? Wie mache ich es richtig? Und was, wenn dann nur schlechte Rezensionen kommen?

Ich hatte wirklich Angst vor schlechten Rezensionen. Und die ersten paar Tage nach der Veröffentlichung war ich in einem Daueraufregezustand, der mich abends 1-2 Stunden wachgehalten hat.

Ich konnte nicht aufhören daran zu denken, was für Arbeit noch auf mich zukommt. Gleichzeitig habe ich es vor mir hergeschoben, da ich mich vor den Reaktionen gefürchtet habe. Auf einmal wollte ein Teil von mir gar nicht, dass das Buch bekannt wird. Denn dann würde ich auch mit Kritik umgehen müssen.

Ich befand mich in einem Dilemma: auf der einen Seite war es mein Traum, Autorin zu werden. Schon immer. Auf der anderen Seite habe ich mich nicht besonders gut gefühlt, ganz anders als die Wochen zuvor, und ich musste mich der Frage stellen: Wäre ich als Autorin überhaupt glücklich? Und wenn ich es nicht wäre: Würde es sich lohnen, das in Kauf zu nehmen, um meinen Traum zu erfüllen?

Meine Antwort lautete Nein. Für mich ist das „Ziel“ des Lebens, glücklich zu sein. Die einzige Lösung für mich, wenn ich Autorin sein wollte, war also, mich mit dem schlechten Gefühl im Bauch und mit der Angst zu versöhnen.

Wie bekomme ich die Angst vor negativen Rezensionen in den Griff?

Puh. Das ist gar nicht so leicht. Ich habe immer noch ein bisschen Angst davor und ich weiß, dass mich die erste schlechte Rezension hart treffen wird. Aber vor allem eine Sache hat mir geholfen, stärker zu werden:

Ich bin nicht mein Buch.

In meinem Buch steckt viel von mir, aber ich bin mehr als mein Buch. Ich liebe es, Zeit mit meinen Freunden und meiner Familie zu verbringen, ich liebe die Natur und das Wandern und Klettern, und es gibt noch so viel mehr, was ich aufzählen könnte. Also was soll schon passieren, wenn jemand mein Buch scheiße findet? All das kann mir dadurch nicht genommen werden.

Also bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich immer noch Autorin sein möchte. Mit allem Schlechten, was dazugehört und mich höchstwahrscheinlich irgendwann konfrontieren wird. Und deshalb stellt sich die Frage: Wie geht es jetzt weiter?

Meine nächsten Schritte im Bereich Marketing

Was kann man tun, um sein Buch zu bewerben? Darüber habe ich mir, so wie die meisten Selfpublisher-Autoren, viele Gedanken gemacht. Ich habe gerade erst damit angefangen, meine Ideen in die Tat umzusetzen. Wie die Resultate aussehen, wird sich also im Laufe der nächsten Wochen oder Monate zeigen. Ich möchte euch aber schon mal einen Einblick geben in das, was auf mich zukommen wird, und vielleicht hilft es euch ja als Anregung für euer eigenes Buch:

1. Lovelybooks-Leserunde

Was ich wirklich jedem Selfpublisher empfehlen kann, sind lovelybooks-Leserunden. Ich habe meine erste Leserunde vorgestern gestartet und bereits jetzt haben sich schon 12 Leute auf mein Buch beworben.

Leserunden funktionieren so, dass der Autor eine bestimmte Zahl seiner Bücher verlost (eBooks und/oder Taschenbücher) und Leser können sich darauf bewerben. Nach der Bewerbungszeit (typischerweise 1-2 Wochen) werden die Gewinner ermittelt. Anschließend lesen die Leser das Buch in einer vorgegebenen Zeit und können währenddessen darüber diskutieren und Fragen stellen. Zum Abschluss rezensieren die Leser das Buch im besten Fall positiv.

Da ich leider so gut wie alles „zerdenke“, habe ich mir auch hier Sorgen gemacht, ob sich überhaupt jemand für mein Buch bewerben würde. Schließlich hatte es noch keine Rezensionen und war völlig unbekannt! Aber offenbar macht das bei lovelybooks nichts.

Wie sich die Leserunde entwickelt, wird sich zeigen. Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf die Diskussionen und Fragen, die sich ergeben werden, und hoffe natürlich, dass den Lesern mein Buch gefällt.

Meine Tipps, wenn du eine Leserunde erstellen möchtest:

  • Verlose nicht nur eBooks, sondern auch Taschenbücher. Die meisten Leser haben gern ein Buch in der Hand und damit erhöhst du einfach die Zahl deiner Bewerbungen.
  • Für die Bewerbung müssen die Leser eine von dir ausgedachte Frage beantworten. Stell eine Frage, die sich auf den Inhalt deines Buches bezieht, so erkennst du, wer von den Lesern am besten zu deinem Buch passt.
Fazit: Für einen Debütanten ist eine lovelybooks-Leserunde meiner Meinung nach die einfachste Methode, um erste Leser und Rezensionen zu bekommen. Und habt keine Angst davor, dass sich niemand auf euer Buch bewirbt. Glaubt mir: Es wird sich jemand darauf bewerben!

2. Mit Bloggern und anderen Autoren zusammenarbeiten

Ich habe noch nie mit einem Blogger zusammengearbeitet und daher keine Ahnung, was auf mich zukommt. Aber so viel weiß ich: Es ist ein Geben und Nehmen.

Vernetzen, Kontakte knüpfen, ist in der Selfpublisher-Szene enorm wichtig. Blogger übernehmen für Autoren einen wichtigen Teil: Sie bewerben unsere Bücher! Und deshalb sollten wir Autoren ihnen auch etwas zurückgeben. Die Frage ist nur: Was? 🙂 Das kann ich euch hoffentlich bald beantworten. Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf den Austausch mit Bloggern und anderen Autoren.

3. Lokale Buchhandlungen

Wird eine Buchhandlung meinen Roman auf Kommission anbieten? Keine Ahnung. Aber ich werde es herausfinden.

Der Vorteil bei Amazon ist, dass man günstige Autorenexemplare zum Druckkostenpreis bestellen kann. Im Gegensatz zu BoD oder epubli ist der Preis für 1 Buch genauso hoch (bzw. niedrig) wie der für 100 Bücher. Damit kann ich mein Buch lokalen Buchhandlungen sehr günstig anbieten.

4. Eine Pressemitteilung schreiben

Eine Pressemitteilung garantiert natürlich nicht, dass die betreffende Zeitung auch über dein Buch berichtet. Trotzdem macht es Sinn, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die sich einem bieten. Und was soll schon passieren? Im schlimmsten Fall berichtet die Zeitung eben nicht darüber. Im besten Fall tut sie es, der Ansprechpartner zeigt Interesse und wer weiß, was sich daraus noch ergibt?

5. Das Buch über den Großhandel anbieten

Der Nachteil von Amazon ist, dass man wirklich nur bei Amazon gekauft werden kann. (Außer man macht den „erweiterten Vertrieb“, bei dem einem, wenn man Glück hat, 10ct Tantiemen bleiben. Oder man muss das Buch für einen absurd hohen Preis verkaufen.)

Ein interessierter Leser kann nicht in seine Lieblingsbuchhandlung gehen und mein Buch bestellen, was ich wirklich sehr schade finde. Da ich es wichtig finde, lokale Buchhandlungen zu unterstützen, möchte ich, dass auch mein Buch früher oder später vor Ort bestellt werden kann.

Das Problem: Mein Taschenbuch hat von Amazon eine ISBN zugewiesen bekommen. Das bedeutet, diese ISBN „gehört nicht mir“, gewissermaßen, und kann im Verzeichnis lieferbarer Bücher (vlb) nicht gelistet werden.

Die Lösung: Wenn ich das Buch über den Großhandel anbieten möchte, muss ich es depublizieren und anschließend über einen anderen Weg (BoD, epubli, tredition, …) wieder herausbringen.

Wenn man sein Buch noch nicht veröffentlicht hat, über Amazon gehen möchte und sich die Option Großhandel offen halten will, kann man alternativ eine eigene ISBN beantragen (das kostet allerdings etwas). Diese muss man dann bei der Veröffentlichung über Amazon angeben. Leider waren mir die Nachteile der von Amazon zugeteilten ISBN zu dem Zeitpunkt meiner Veröffentlichung nicht bekannt und ich habe den einfachsten Weg gewählt: Eine kostenlose ISBN von Amazon.

Gut, dass der Großhandel erst relevant wird, wenn ich mich an die Buchhandlungen wende und darüber regelmäßig Verkäufe erwarte. So habe ich noch ein wenig Zeit, mich zu entscheiden.

So viel zu meinen nächsten Schritten. Ich hoffe, dass ich in Zukunft mehr Zeit finde, euch auf dem Laufenden zu halten. In den letzten Wochen kam vieles auf einmal zusammen, sodass ich den Blog (und das Buchmarketing) leider etwas vernachlässigen musste. Das soll sich ab jetzt ändern! 🙂

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